Altenkirch, Otto
(* 1875, † 1945)
Altenkirch wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Nach dem Besuch der Volksschule im brandenburgischen Ziesar begann er 1889 in Berlin eine vierjährige Lehre zum Dekorationsmaler, die er mit Auszeichnung abschloss. Er blieb zunächst in Berlin und arbeitete als Malergeselle. Nebenher nahm er an der Freiwilligen Fortbildungsschule Zeichenunterricht bei Hugo Händler. Eine Studienreise und sein Militärdienst führten ihn in den folgenden Jahren nach Osteuropa und Ostpreußen. Schließlich kehrte er 1897 nach Berlin zurück.
Im Sommer 1898 begann er an der Hochschule für Bildende Künste Malerei zu studieren, zunächst als Hospitant bei Paul Vorgang, ab November 1900 als Vollschüler in der Klasse von Eugen Bracht. Als dieser 1902 an die Dresdner Kunstakademie ging, folgte ihm Altenkirch. Im Jahr darauf wurde er offiziell Brachts Assistent.
Es folgten erste Ausstellungen, so 1903 die Schülerausstellung der Akademie, auf der er mit einer großen silbernen Medaille ausgezeichnet wurde, und 1904 eine Gemeinschaftsausstellung mit Richard Anschütz und Otto Heinrich Engel im Kunstsalon von Emil Richter. Ostern 1906 schloss er sein Studium mit Auszeichnung ab und ließ sich in Dresden als freischaffender Künstler nieder. Nachdem er sich anfangs der Künstlergemeinschaft Die Elbier angeschlossen hatte, war er 1910 Gründungsmitglied der Künstlervereinigung Dresden. Am 1. Februar 1910 erhielt er an den Königlich Sächsischen Hoftheatern eine Anstellung als leitender Hoftheatermaler. Für seine Verdienste in dieser Position verlieh ihm am 16. Juni 1917 der sächsische König Friedrich August III. den Professorentitel.
Anfang 1920 gab Otto Altenkirch seine berufliche Tätigkeit in Dresden auf und ließ sich in der Kleinstadt Siebenlehn nieder, wo ihm sein Schwiegervater ein Haus überlassen hatte. In dieser Umgebung begann Altenkirchs Hauptschaffenszeit als Maler.



